
1.) Vollmond im Mai (Vesakh-Uposatha)
Dieser Feiertag ist der wichtigste aller Vollmonde und leitet ein neues buddhistisches Jahr ein. Am Vesakh Uposatha wird der Geburt, Erwachung und dem Verscheiden Buddhas gedacht. Gemäß der Überlieferung, hat Buddha am Mai-Vollmond das Licht der Welt erblickt. Der Moment höchster Erkenntnis, die Verwirklichung Nibbanas wurde ihm ebenfalls in einer Vollmondnacht im Mai zuteil. Nach 80 Lebensjahren verlosch der Erwachte in Kusinara im Kreise seiner Gefährten wiederum in dieser schicksalsträchtigen Vollmondnacht.
besondere Pilgerorte: Lumbini, Bodh Gaya, Kusinara (Indien); Kelaniya (Sri Lanka)
2. Vollmond im Juni (Jettha-Uposatha)
An zweiter Stelle, sowohl zeitlich als auch an der Bedeutung gemessen, steht die Vollmondnacht im Juni. An diesem Tag soll der Sohn Kaiser Asokas, der Heilige Mahinda, die Lehre Buddhas nach Sri Lanka gebracht haben. Nur der sinhalesischen Hingabe und Pflege der Lehre Buddhas verdanken wir z.B. die vollständige Überlieferung der Reden Buddhas, die auf der Insel um 80 n. Chr. aufgezeichnet wurden und von hier auch nach Thailand, Burma und später Europa gelangten.
besondere Orte: Anuradhapura, Mihintale (Sri Lanka)
3. Vollmond im Juli (Asalha - Uposatha)
Dieser Vollmond erinnert an mehrere denkwürdige Ereignisse in der buddh. Geschichte. Allen voran steht die Predigt des "Rades der Lehre". Dies war die erste Verkündung seiner Einsichten, die der Buddha mit fünf Asketen teilte und die zum Erwachen des Heiligen Kondanna führte.
Ebenfalls an diesem Vollmond fanden folgende denkwürdige Ereignisse statt: Die Empfängnis des Bodhisatta (Buddha vor seiner Erleuchtung). Seine große Entsagung als Prinz Siddhatta von zuhause aufbrach, auf der Suche nach Befreiung. Das sogenannte Doppelwunder, daß vom Buddha laut Überlieferung in Savatthi vollbracht wurde und - ebenfalls laut Überlieferung - die Darlegung des Abhidhamma in der Götterwelt Tusita.
In Sri Lanka wurde an diesem Vollmond der allererste Mönch ordiniert (Prinz Arittha). Auch die Grundsteinlegung der berühmtesten und größten aller Pagoden in Sri Lanka hat an diesem Vollmond stattgefunden. Zudem wird in Kandy/Sri Lanka an diesem Vollmond eine Replik des Zahnes Buddhas in einer aufwendigen Prozession durch die Straßen geführt.
Am Tage nach dem Vollmond beginnt für die buddh. Mönche die Regenzeit Klausur.
besondere Pilgerorte: Savatthi, Kapilavatthu (Indien); Anuradhapura (Sri Lanka)
4. Vollmond im August (Savana - Uposatha)
Beginn der "späten" Regenzeit.
5. Vollmond im September (Potthapada - Uposatha)
Gründung des Nonnenordens durch die Stiefmutter Buddhas, Mahapajapati.
6. Vollmond im Oktober (Assayuja - Uposatha)
Ende der Regenzeit - Klausur. Im Mönchsorden findet an diesem Tag auch die "Beichtfeier" (Pavarana) statt. Bis zum nächsten Vollmond werden den Mönchen neue Roben geschenkt. Diese "Roben-Schenkung" (und Bedarfsmittel) gipfelt im nächsten Uposatha mit der "Kathina Zeremonie".
7. Vollmond im November (Kattika - Uposatha)
Höhepunkt der Kathina Feierlichkeiten.
Ebenfalls an diesem Vollmond wird der Aussendung der ersten 60 heiligen (erleuchteten) Schüler Buddhas gedacht.
Am November Vollmond wird auch der Ankündigung des nächsten Buddha (Buddha Metteyya) sowie des Verlöschens von Buddhas Hauptjünger Sariputta, gedacht.
8. Vollmond im Dezember (Magasira - Uposatha)
Am Dezember Vollmondtag steht die Ehrwürdige Nonne Sanghamitta im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Sie brachte an diesem Vollmondtag nicht nur den Ableger des Bodhi Baumes (jener Baum unter dem Buddha erleuchtet wurde), der auch heute noch in Anuradhapura bestaunt werden kann - nach Sri Lanka sondern ebenso den Nonnenorden.
Von hier brachen im Mittelalter Nonnen (Bhikkhuni Devasara) nach China auf und etablierten den chinesischen buddh. Nonnenorden, der auch heute noch existiert.
9. Vollmond im Januar (Phussa - Uposatha)
Gemäß der Legende des Mahavamsa besuchte der Buddha Sri Lanka noch zu Lebzeiten. Am Januar Vollmond ist die Pagode von Mahiyangana (Sri Lanka - in ihr soll ein Haar Buddhas als Reliquie aufbewahrt sein) Zentrum der Feierlichkeiten.
10. Vollmond im Februar (Magha - Uposatha)
Am Februar wurden Sariputta und Moggalana vom Erwachten zu seinem Hauptjüngerpaar benannt.
Gegen Lebensende war es dieser Vollmond an dem der Erwachte seinen Entschluß bekannt gab, in drei Monaten ins Parinibbana einzugehen.
Speziell in Thailand wird der "großen Versammlung" (Mahasamaya) gedacht. An einem Februar Vollmond kam es zur "spontanen" Versammlung von 1250 Heiligen zu den der Buddha sprach.
11. Vollmond im März (Phagguna - Uposatha)
Am März - Vollmond hat der Erwachte seine Heimatstadt Kapilavatthu und seine Eltern besucht. Dabei wurden sein Sohn und Halbbruder (Rahula und Nanda) in den Orden aufgenommen.
12. Vollmond im April (Citta - Uposatha)
...hat Buddha laut Legende Sri Lanka in seinem fünften Jahr nach der Erleuchtung einen Besuch auf der Insel Nagadipa abgestattet.
Nachlesen?
.) Buddhist Ceremonies and Rituals (Sri Lanka)