
Die Pagode (pali: thupa) ist in vielen Buddhistischen Ländern das Symbol für die gelebte spirituelle Nachfolge Buddhas. Hier trifft man sich zur Rezitation, zur gemeinschaftlichen Meditation, im Gedenken an das Leben Buddhas, weiser Lehrer und tugendhafter Menschen.
Die buddhistische Gemeinschaft setzt sich traditionell aus 4 Gruppen zusammen:
Den Mönchen (Bhikkhus) und Nonnen (Bhikkhunis) sowie den Laienjüngern (Upasakas) und Laienjüngerinnen (Upasikas). Nachfolgend einige Grundlagen aus der Praxis buddhistischer Laien.
Die Zufluchtnahme
Auf die lapidare Frage "Wie werde ich Buddhist" könnte man am ehesten mit diesen Worten antworten: "Mit der Zufluchtnahme".
In ihr bekundet der ernsthafte Nachfolger sein Vertrauen in Buddha, den Erwachten - nimmt ihn als seinen Lehrer und sein Vorbild an. Bekundet seinen Wunsch tiefer in die Lehre vom vollendeten Frieden einzudringen. Und gesellt sich jener Gemeinschaft hinzu, die wie er auf dem Weg zu Befreiung voranschreitet.
Die 5 Tugendregeln (panca sila)
Sie sind die ethische Grundlage für jeden Buddhisten, egal welcher Schule oder Tradition. Ihre Einhaltung ist die Grundlage jeder meditativen Entfaltung.
Kein lebendes Wesen will ich verletzen, sondern ihnen Schutz und Liebe angedeihen lassen
Nicht nehmen will ich, was mir nicht gegeben, sondern achten und ehren den Besitz anderer und genügsam sein
Nicht werden sinnliche Begierden mich zu Fehltritten verführen, sondern Würde und Reinheit werden mein Leben zieren
Kein falsches Wort soll meinen Lippen entfliehen, nur wahre und rechte Worte will ich wechseln
Keinen berückenden oder berauschenden Mitteln will ich fröhnen, sondern meinen Geist stets klar und lauter halten
Der Fasttag (uposatha)
Ein bis viermal im Monat nimmt ein Upasaka/eine Upasika die 8 Tugendregeln auf sich und feiert den sogenannten Uposatha. Das ist ein Tag der intensiveren Meditation, Besinnung und Stille.
Bereits Buddha hatte seinen im Anhängern im Hausleben nahegelegt, von Zeit zu Zeit die meditative Übung zu pflegen und sich aus dem Alltagstrubel vorübergehend zurückzuziehen. Traditionell richten sich die Uposatha Tage nach dem Mondzyklus und werden zu Voll, Neu und Halbmond abgehalten.
In den buddh. Ländern Südostasiens werden diese Tage festlich vorbereitet. Am Uposatha ißt man nur 2 Speisen, hält sich vornehmlich im nächstgelegenen Tempel/Kloster auf, vertieft sich in die Worte Buddhas, geht seiner meditativen Übung nach (Konzentrations- oder Einsichtsmeditation) und spendet an den buddhistischen Bettelmönchorden und Bedürfige. Die zusätzlichen 3 Silas (Tugendregeln), die an diesem Tage angenommen werden sind:
5. kein Essen nach dem Mittag - daher der Begriff Uposatha - Fasttag
6. kein Schmuck tragen, kein Theater, Fernsehen - also ein Tag ohne Zerstreuungen
7. nicht auf hohen luxoriösen Betten schlafen - also ein Tag der Bescheidenheit :-)
Die alltägliche Übung: Dana - Sila - Bhavana
Und wie sieht das generelle alltägliche Leben eines buddhistischen Laien aus? Auf dem Weg zu Nibbana hat er den Weg in der Welt gewählt. Unabhängig davon, ob er Bodhisattva ist, und selbst die Buddhaschaft anstrebt, oder das Erwachen als Schüler eines Erleuchteten anstrebt - in seinem Leben werden diese drei Dinge eine zentrale Rolle einnehmen:
Dana - oder "Freigiebigkeit". Der buddhistische Jünger weiß um das Gesetz von Ursache und Wirkung (karma). Mit offenen Herzen gibt und spendet er, in dem Wissen, daß jede gute Tat in der Welt früher oder später ihre Wirkung entfalten wird
Sila - die Tugendregeln. Dieser "himmlische Duft" eines tugenhaften Lebens ist für ihn ein hohes anzustrebendes Ideal. Darum wird er stets bemüht sein, seinen Charakter weiter zu läutern
Bhavana - Meditation. Mit Samatha (Konzentrationsmeditation) wird er versuchen seinen Geist zu beruhigen und zu einigen. Daran schließt sich Vipassana an, der "Klarblick" mit dem er über die Vergänglichkeit jedes Augenblickes, die Leerheit des Daseins und die damit verbundene Leidhaftigkeit kontempliert - auf dem Weg zum vollendeten Frieden...
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